Shale Gas
Gefangen in Gestein
Mit über 70 Prozent befindet sich der Löwenanteil der konventionellen Erdgasvorkommen in Russland und im mittleren Osten. Damit kann der globale Bedarf für Jahrzehnte gedeckt werden. Die Monopolstellung Russlands mit nahezu der Hälfte der konventionellen Energiereserven wirft Fragen auf: Wird Erdgas dauerhaft verfügbar sein oder zum politischen Spielball werden?
Um mittelfristig möglichen Versorgungsengpässen an Erdgas aus diesen bekannten Quellen vorzubeugen, muss eine alternative Lösung gefunden werden. Aus diesem Grund werden unkonventionelle Gasressourcen untersucht. Eine dieser Ressourcen ist das so genannte „Shale Gas“ (Shale = Tonstein), das in den USA bereits lange als Energiequelle etabliert ist. „Shale Gas“ trägt inzwischen mit 10-12 Prozent zur Gasförderung auf dem amerikanischen Markt bei.
Herkömmliche Erdöl- und Erdgaslagerstätten weisen organisch-reiche Muttergesteine auf, aus denen Erdöl- und/oder Erdgas freigesetzt werden und sich in porösen und permeablen Speichergesteinen ansammeln. Shale Gas-Systeme heben sich durch drei Merkmale davon ab: Sie funktionieren gleichzeitig als Gasquelle, Speicher und Fangstruktur. Ihre geologische Entstehungsgeschichte wirft noch viele Fragen auf. Shale Gas wird zurzeit fast ausschließlich in Nordamerika gefördert und die dort bekannten Shale Gas-Systeme liegen in Sedimentbecken mit jeweils unterschiedlicher geologischer Geschichte. So gibt es Anreicherungen thermischen Gases, aber auch Gasreservoire, die auf bakterielle Methanbildung hinweisen. “Der” Prototyp eines Shale Gas-Systems existiert nicht. Welche Faktoren zu der Bildung förderwürdiger Shale Gas-Horizonte führen, hat somit primären Forschungsbedarf.
Das Ziel: Erdgas aus heimischen Schwarzschiefern
Forschungsschwerpunkt im Rahmen von GeoEn ist die Entwicklung von Explorationstechnologien und die Erforschung von Prozessen, die zur Bildung von Shale Gas-Vorkommen führen. Hierbei sollen geologisch relevante Zielhorizonte und deren ökonomische Nutzbarkeit untersucht werden.
Strategisch bedeutsam sind in diesem Kontext die Erforschung lokaler und langfristig verfügbarer Gasressourcen, die den prognostizierten zunehmenden Gasbedarf puffern können.
Mit Blick auf eine ökonomische, umweltverträgliche und nachhaltige Produktion von Shale Gas werden Forschungsarbeiten und Machbarkeitsstudien nicht nur durch Expertisen aus den Bereichen Geophysikalische Lagerstättenerkundung, Bohr- und Reservoirtechnologie, Reservoirgeologie sowie Sedimentbeckenanalyse begleitet. Ein besonderer Arbeitsschwerpunkt der zweiten GeoEn-Phase liegt auf umweltrelevanten Themen.
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Assoziierte Projekte:
Gas shales in Europe
Biogenic Methane Potential
High temperature Methane
N2GEN
Nitrogen in Natural Gas Reservoirs

Fluoreszierender Cutinit: Quelle von Gas und ein möglicher Speicher von Shalegas.
Bild: GFZ Potsdam
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